| Die Geschichte des Hanfs
Hanf im 20. Jahrhundert
In den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts starteten in der USA die
Hetzkampagnen gegen Marihuanakonsumenten, die im Verlauf der Jahre immer verheerendere Formen
annahm. Der Bevölkerung wurde suggeriert, dass Marihuana ein in den Wahnsinn und Tod führendes Rauschgift sei, mit dem "Neger, Mexikaner, Puertoricaner und Jazzmusiker" das Land vergiften, und weiße Frauen verführen wollten. Die rassistische Kampagne gegen die ungeliebten Minderheiten zeigten auch zusehends Erfolge - der Konsum von Hanf wurde verboten.
Durch konstante Verwendung der südlichen Terminologie "Marihuana" und der Vermeidung der bekannten, mit harmlosen Assoziationen verknüpften Begriff "Hanf" wurde suggeriert,
dass es sich hier um eine neue, hochgefährliche Droge handelte - ein Vorgehen, das selbst in Europa bis heute seine Spuren hinterlassen hat.
Trotz der Hetzkampagne entwickelte der Automobilpionier Henry Ford 1941 ein "Hanfmobil" - ein Auto, das aus Hanf hergestellt war. Hanf-Kunststoffe für die Karosserie, Armaturen und textile Ausstattung, und sogar der Treibstoff waren aus Hanf gefertigt. Ford hob vor allem die im Vergleich zu benzinbetriebenen Autos, überaus günstige CO2-Bilanz hervor.
"Why use up the forests which were centuries in the making and the mines which required ages to lay down, if we can get the equivalent of forest and mineral products in the annual growth of the hemp fields?" (Henry Ford)
Die US Regierung legalisierte während des 2. Weltkrieges allerdings wieder den
Marihuanakonsum und verteilte Hanfsamen an die Bauern. Wegen des Krieges war der Verbrauch von Rohstoffen stark gestiegen. Hanf sollte das Defizit an Fasern und auch an Nahrung ausgleichen. Dazu wurde sogar ein Propagandafilm wurde produziert "Hemp for victory" mit dem die
Kampagne unterstützt werden sollte. Als besonderer Anreiz wurden Farmer, und deren Söhne vom Wehrdienst befreit, wenn sie Hanf anbauten.
Zur dieser Zeit wurde auch überall in Europa der Hanfanbau wieder propagiert. Der deutsche Reichsnährstand gibt eine aufwendig gestaltete Lehrschrift "Die lustige Hanffibel" heraus. Das schwedische Landwirtschaftsministerium versucht, die Bürger mit der Broschüre "Svensk Hampodling" zum Hanfanbau zu motivieren.
Nach dem Krieg verlor der Hanf wieder an Bedeutung. Die chemische Industrie verdrängte ihn, indem sie das negatives Image des Hanfes wieder förderte.
1982 wurde der Anbau von Hanf in Deutschland verboten, während er in anderen europäischen Ländern weiter möglich war.
Der Anbau von Hanf war von 1982 bis 1996 in Deutschland wegen der in den damaligen Sorten vorkommenden halluzinogenen Inhaltsstoffe verboten. In dieser Zeit wurde Hanf fast nur noch in Frankreich und Spanien für die Produktion von Zellstoff angebaut.
Heute darf, streng kontrolliert und mit vielen bürokratischen Hindernissen von landwirtschaftlichen Betrieben Hanf zur industriellen Weiterverarbeitung produziert werden. Die EU hat erkannt, das der Hanf befähigt ist, die gesamte landwirtschaftliche Struktur zu verändern. Daher wird der Hanfanbau und die Hanfweiterverarbeitung stark subventioniert.
In den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der Hanfsamen in verschiedenen klinischen Untersuchungen getestet.
- 1989 konnte die positive Wirkung von Hanfsamen bei den Beschwerten des prä-menstuellen Syndroms nachgewiesen werden.
- In einer Untersuchung von Anstey et at. (Anstey, A./Quigley, M./Wilkinson, J. D.(1990): Tropical evening primrose oil as treatment for atopic eczema. J. Dermatol. Treat. 1, S. 199-201) wurde eine GLA-haltige Creme gegen ein Placebo bei 12 Neurodermitis-Patienten über einen Zeitraum von 2 Wochen getestet. Dabei wurde die positive Wirkung von Hanföl bei Auftragen auf die Haut nachgewiesen.
- 1994 wurde gegen die Spätfolgen der Diabetis ungesättigte Fettsäuren erfolgreich eingesetzt.
- 1994 wurden Kinder mit einem Durchschnittsalter von 11,4 Monaten mit täglich 3 g GLA-Säure (entspricht 100ml Hanföl) über 28 Tage gegen Neurodermitis behandelt. Die Behandlung erwies sich als eine sichere, effektive und vor allem nebenwirkungsfreie Therapie.
- 1995 kam eine Studie zum Abschluss, bei welcher die Bekämpfung der Rheumatoiden Artritis im Vordergrund stand.
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- Im Januar 2002 gelang die Bundesakademie für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung (BAGKF) zu dem Ergebnis, das Hanföl durch seinen ernährungsphysiolische Zusammensetzung hervorragend für die menschliche Ernährung geeignet ist. Dabei wiesen die Forscher auf bessere Blutgerinnung, Endzündungshemmung, Cholesterinsenkung, und sogar (im Tierversuch) Krebshemmung.
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Frühzeit...........Antike und Mittelalter..........20. Jahrhundert
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